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Politische und mediale Machtspiele.

Politische und mediale Machtspiele

Wir erleben gerade die vierte Corona-Welle. Nachdem der Bundeskanzler noch vor ein paar Monaten groß angekündigt hatte, dass wir einen Sommer “wie damals” erleben werden. Vielleicht war damit der Sommer 2020 gemeint. Jener Sommer vor der dramatischen dritten Welle. Dieses kommunikative Luftschloss war nicht das einzige, welches Sebastian Kurz mit seiner Message-Control-Strategie in die Köpfe der Österreicher*innen bauen wollte. Die Krisenkommunikation der Bundesregierung wackelt ja schon seit Beginn und ist durchlöchert wie sonst nur Schweizer-Emmentaler. Deshalb ist die Pandemie längst nicht nur mehr ein medizinisches Problem. Politische und mediale Machtspiele sind die wahren Ursachen. Sie befeuern eine Pandemie, die mit klaren Worten längst beendet hätte sein können.

Niemand traut sich zu sagen, was Sache ist.

Es geht bei der Kommunikation selten darum, was gesagt wird, sondern viel mehr was ankommt und verstanden wird. Jemand kann viel und oft reden. Wenn der Empfänger die Botschaft aber nicht versteht (oder verstehen will), dann war das alles verlorene Mühe. Das oft zitierte “das hast du nicht gesagt” meint oft ein “das habe ich aber so nicht verstanden”. Einfach, oder? Kommt dann noch die Politik hinzu, dann wird alles noch viel komplexer. Denn in der Politik geht es allzu oft um Eigeninteressen. Gesagt wird das, was Politiker*innen ein Maximum an Zustimmung, Sympathie, Wählergunst und im Endeffekt die Existenzgrundlage sichert. Botschaften sind deshalb oft ums Eck gedacht und formuliert. Vorsichtig, um ja niemanden zu verschrecken. Wie eben auch in der Pandemie. Deshalb wurden und werden gerne Nebelgranaten immer wieder gezielt eingesetzt. Tarnen und Täuschen. Wie eben der “Sommer wie damals” oder “das Ende der Pandemie für Geimpfte”. Alles Zitate des Bundeskanzlers, um zu beschwichtigen, zu beruhigen und vom eigentlichen Problem abzulenken.

Unwissen macht mächtig.

Politische und mediale Machtspiele haben die Kommunikation in der Pandemie geprägt und enormen Schaden angerichtet. Weil sie die Menschen im Wechselspiel zwischen Angst und Hoffnung verhungern ließ. Moderne Sklavenkämpfe. Butterbrot und Peitsche. Ohne jemals zu sagen, was Sache ist. Die gesamte Krisenkommunikation war ein Feuerwerk an Selbstinszenierung. Der Bundeskanzler holte sich die Lorbeeren und ließ die Drecksarbeit anderen. Der Ex-Gesundheitsminister Rudi Anschober kann ein Burnout-Lied davon singen. Falsch, verlogen und dilettantisch.

Die Politik braucht die Medien und die Medien brauchen die Politik. Das war immer schon so. Deshalb funktioniert dieses Machtspiel blind. Leittragende sind die Bürger*innen, die dieser medialen Indoktrinierung kaum entkommen können und ihr mitsamt der vielen Fake-News-Querschläger ausgeliefert sind. Weil sie weder Mediziner noch Virologen sind. Ihr Unwissen macht andere mächtig. Das wissen sie auch zu nutzen.

Kommunikation muss klar und deutlich sein.

Wenn die Politik am selben Tag die Wiedereinführung der FFP2-Masken verkündet und gleichzeitig die Quarantäneregeln für Schüler*innen lockert, dann ist die Botschaft nicht klar und deutlich. Verschärfung oder Lockerung? Oder Maßnahmen, die 7 Tage zeitversetzt in Kraft treten? Wer darf sich da noch auskennen?

Der größte Fehler ist aber in Sachen Impfung passiert. Im Jänner 2021 zu wenig bis gar keine Impfstoffe verfügbar waren, fand eine großangelegte Impfkampagne statt. Jetzt, wo bis zu 3,0 Millionen Dosen frei verfügbar wären, fehlt diese. Die Bereitschaft sich impfen zu lassen ist massiv gesunken. Das Land zwischen Geimpfte und Impfverweigerer gespalten. Jene, die wesentlich dazu beitragen könnten, die Pandemie zu beenden (laut Virologen wären ca. 1,0 Mio. zusätzlich Geimpfte dazu nötig), sind nicht mehr zu erreichen. Das Burgenland versucht es mit einer Impflotterie. Der Rest des Landes schläft.

Der Fehler liegt bei der fehlenden Klarheit und Transparenz. Zu viele Falschinformationen haben dazwischen Platz gefunden. Der Bundeskanzler hat die Impfung im Jänner als seinen persönlichen Erfolg verkaufen müssen, statt die medizinische Notwendigkeit zu betonen. Jetzt ist es zu spät. Die Impfgegner sind kaum zu bekehren. Nicht weil sie sich gegen eine Impfung wehren, sondern weil sie sich gegen ein System wehren wollen. Und dazu angestachelt werden. Dass sie sich dabei selbst schaden ist ein anderes Thema.

Klarheit tut weh und erlaubt keine Spielchen.

Es gibt Wahlen. In Graz und in Oberösterreich. Deshalb will und darf niemand böse Botschaften (und Wörter) in den Mund nehmen. Wörter wie Lockdown oder Impfpflicht. Zu viele potenzielle Stimmen liegen bei den Impfgegnern und Unentschlossenen brach. Politische und mediale Machtspiele in der Pandemie eben. Es wäre aber ganz einfach. “Wir beenden alle Maßnahmen und gehen bei einer Durchimpfungsrate von 80 % in ein geregeltes Leben über “. Von “DEFCON” Pandemie auf “DEFCON” Epidemie. Das geht. Sagen auch die führenden Virologen. Dazu ein Countdown, der zeigt, wie viele Menschen man dazu noch brauchen würde. Klar und deutlich. Gleichzeitig müsste man die Schlinge für Ungeimpfte etwas enger ziehen. Sie sind jene, die am meisten gefährdet sind. Sie muss man schützen. Keine Vorschrift. Österreicher*innen wollen das nicht. Eine Empfehlung fürs Impfen. Man würde ihnen schließlich die Freiheit überlassen zu entscheiden. Impfen oder logische und nachvollziehbare Restriktionen. Klarheit tut weh und erlaubt keine Spielchen

Traut sich keiner. Oder doch? Vielleicht nach den Wahlen.

#impulsetogo

Danke für ihre Empfehlung

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